© Gerd Neuhold, Sonntagsblatt

Christian Leibnitz und Hermann Miklas beim Stola-Stricken - Gerd Neuhold, Sonntagsblatt

So wird die "Lange Nacht" gestrickt

Hinter den Kulissen der Langen Nacht der Kirchen am 1. Juni 2012.

Seit 6 Jahren gibt es in der Steiermark die „Lange Nacht der Kirchen“ in der Orte aller christlichen Konfessionen zum Kulturgenuss, Abenteuer, Austausch oder Besinnung einladen. In diesem Jahr sind es 75 Veranstaltungsorte, die Freitag, dem 1. Juni in Graz und der ganzen Steiermark zwischen 18 und 24 Uhr für Besucher geöffnet sind. Natürlich gibt es auch wieder einige Touren, die gleich mehrere Orte besuchen, wie zum Beispiel die eBike-Tour „Kirche nachhaltig mit dem Elektrofahrrad erfahren!“ oder die noch sportlichere Variante „Im Laufschritt von Kirchturm zu Kirchturm“. Über 330 Veranstaltungen, begleitet von zahlreichen Ehrenamtlichen, laden zum Zuhören, -schauen und Mitmachen ein. In ganz Österreich sind es über 600 Kirchen, die mehr als 2.600 Einzelveranstaltungen anbieten.

Gastfreundliche Kirche

„Erfahrbarmachen, dass Kirche einladend, gastfreundschaftlich und ein Ort des Dialoges ist“ ist für Stadtpfarrpropst Christian Leibnitz nur ein Aspekt der Zielsetzung der „Langen Nacht“. Daneben soll auch die Verantwortung gegenüber Kunst und Kultur, das Geheimnis des Glaubens und das ökumenische Miteinander im Mittelpunkt stehen.

Ziele, die auch Superintendent Hermann Miklas, zur Zeit auch Vorsitzender des Ökumenischen Forums christlicher Kirchen, teilt. Daneben soll auch der interreligiöse Dialog mehr gefördert werden. Gleich der Auftakt zur „Langen Nacht“ bietet sich dazu an: die jüdische Synagoge in Graz lädt zum interreligiösen Diskurs „Wege zu Gott?“, bei dem am Podium und im Auditorium über Trennendes und Gemeinsamkeiten diskutiert werden soll. „Auch bei unterschiedlichen Standpunkten kann man miteinander im Gespräch bleiben“, so Miklas.

Koordination und Organisation

Gertraud Schaller-Pressler, zuständig für Grazer Kirchenkultur, ist Gesamtkoordinatorin des Projekts „Lange Nacht der Kirchen“ in der Steiermark. Zusammen mit einer österreichweiten Arbeitsgruppe wird dafür schon im Herbst die grobe Linie der nächsten „Langen Nacht“ abgesteckt. Aus Wien kommt auch das Grundlayout für die Drucksorten und andere Produkte der „Langen Nacht der Kirchen“ – schließlich ist es wichtig, die gemeinsame Marke „Lange Nacht der Kirchen“ zu präsentieren.

Bis Jänner haben die einzelnen Pfarren, Einrichtungen und Kirchen dann die Möglichkeit, sich für eine Teilnahme an der „Langen Nacht der Kirchen“ zu melden und grobe Vorstellungen vom Programm zu haben - Gertraud Schaller-Pressler hat dafür eine ganze Liste an Tipps parat. Wichtig ist dabei vor allem, dass das Programm etwas Besonderes bietet, das sich vom normalen Alltag abhebt. Über die Einzelinitiativen hinaus lässt sich die steirische Projektgruppe rund um Schaller-Pressler dann noch ein paar „Schmankerln“ einfallen, wie zum Beispiel die Briefmarkenausstellung im Priesterseminar oder die bereits erwähnte eBike-Tour.

Hilfe von Sponsoren und KünstlerInnen

Alle Veranstaltungen sind bei freiem Eintritt zugänglich. Möglich gemacht wird das einerseits von Sponsoren wie der Raiffeisenbank und der Grazer Wechselseitigen Versicherung, andererseits durch die ehrenamtliche Mitwirkung von vielen KünstlerInnen. In der Baptistengemeinde Graz werden zum Beispiel von „Bruno & Evelyn“ moderne Gospels intoniert, das Künstlerkollektiv „zweintopf“ bepflanzt zusammen mit Besuchern den neuen Gemeinschaftsgarten „Allmende“ bei der Leechkirche, der Künstler Dieter Puntigam „bemalt“ in einer Lichtinstallation live den Innenraum der Stadtpfarrkirche in Graz.

Neben der Arbeit am Programm, der Unterstützung der einzelnen Kirchen und der Betreuung der Sponsoren müssen auch Drucksorten erstellt, Presseinformationen verschickt, Sachspenden aufgetrieben und rechtliche Fragen geklärt werden, wie Haftungsfragen oder Musikverwertungsrechte. In der Veranstaltungsnacht selbst werden dann Stimmungsberichte von den Mitwirkenden eingeholt, Teilnehmerzahlen kommuniziert und Fotos gesammelt. „Viel Arbeit, die man oft nicht so wirklich sieht“, so Schaller-Pressler, die froh ist, dass sie Christoph Kainradl von der Stadtkirche Graz dabei maßgebend unterstützt und vor allem auch die Website bestens betreut.

Spannende Zusammenarbeit

Spannend ist die Arbeit für Kulturmanagerin Schaller-Pressler allemal: „Die vielen Möglichkeiten, mit Leuten in Kontakt zu kommen und das durch die Jahre hindurch so positive Feedback machen die Arbeit für mich angenehm.“ Sie selbst will heuer in der „Langen Nacht der Kirchen“ bei Schulschwestern und Franziskanern wieder die spannende Welt hinter den Klostermauern entdecken. Ein weiterer Fixpunkt in ihrem persönlichen Programm, dass sich übrigens jeder auf http://www.langenachtderkirchen.at selbst zusammenstellen kann, ist die Psalmenlesung von Schauspieler Johannes Silberschneider im Grazer Mausoleum.



Lange Nacht der Kirchen 2012

1.Juni 2012, 18 – 24 Uhr

Das vollständige Programm inklusive der Möglichkeit, einen persönlichen Plan für die Nacht zusammenzustellen finden Sie auf http://www.langenachtderkirchen.at

Für die sechs geführten Touren und andere Programmpunkte sind im Grazer Kircheneck, Herrengasse 23, Zählkarten erhältlich. Die Karten können auch unter 0316/81 15 28 telefonisch reserviert werden.

Interreligiöser Auftakt:
16:30 – 17:45 Uhr in der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Graz, David-Herzog-Platz 1
Diskussion mit Ruth Yu-Szammer (Israelitische Kultusgemeinde), Hermann Miklas (Vorsitzender ökumenisches Forum Steiermark) und Pfarrer Hermann Glettler. Anmeldung unbedingt erforderlich: suptur-stmk@evang.at. Auch Diskussionsbeiträge sind unter dieser Adresse einreichbar.

Ökumenische Schlussfeier
um 23 Uhr im Hof des Grazer Priesterseminars



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