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SI Miklas zum Dokument der Glaubenskongregation vom 29.6.2008

Stellungnahme von Superintendent Mag. Hermann Miklas zu Aussagen der vatikanischen Glaubenskongregation vom 29. Juni 2007 (veröffentlicht am 10. Juli 2007), dass der Römisch-Katholischen Kirche eine Vorrangstellung innerhalb der Christenheit zukomme, während insbesondere die protestantischen Kirchen nicht Kirchen im eigentlichen Sinn seien, da sie Mängel in der Lehre aufweisen:

Es ist natürlich jeder Kirche und jeder Glaubensgemeinschaft unbenommen, sich selbst als die einzigartige und vollständige Bewahrerin des Erbes Jesu Christi zu verstehen. Dabei kann man aber nicht übersehen, dass die anderen christlichen Kirchen mit demselben heiligen Ernst und mit der gleichen Glaubensüberzeugung ebenso darum bemüht sind, auch ihre eigene Gestalt und Bestimmung jeweils am Grund des Evangelium zu orientieren – das gilt für die Kirchen der orthodoxen, der protestantischen und der anglikanischen Konfessionsfamilien in gleicher Weise, aber auch für die Altkatholische Kirche. Bei der Evangelischen Kirche kommt dieses Selbstverständnis der Berufung auf das Evangelium ja sogar im Namen bereits zum Ausdruck.

In der Konfliktforschung und in der Mediationspraxis haben wir gelernt, dass es hilfreich ist, Aussagen über das eigene Selbstverständnis jeweils als subjektive Aussage zu formulieren und nicht als objektiven Tatbestand – und sie schon gar nicht mit abwertenden Äußerungen über den bzw. die Partner/innen zu verbinden. Diese Spielregel ist in der lokalen Ökumene selbstverständlicher Standard - er sollte es auch auf Weltebene sein.


Graz, am 10. Juli 2007                                                 SI Mag. Hermann Miklas


 

Das oben angesprochene Dokument der Glaubenskongregation im Wortlaut 
Daraus: "Die genannten kirchlichen Gemeinschaften [...] können nach katholischer Lehre nicht "Kirchen" im eigentlichen Sinn genannt werden."

Statement von Kardinal Walter Kasper (Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen)
Daraus: "Die evangelischen Kirchen legten Wert darauf, ein anderes Kirchen- und Amtsverständnis zu haben, das die Katholiken nicht für das eigentliche halten."

Kommentar von orthodoxer Seite: Bischof Hilarion Alfeyev (russ.-orth. Bischof von Wien)



10.07.2007

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