23.-24.1.: Ökumenisches Wochenende 2015

Urbilder und Streitbilder - Welche Bedeutung haben Bilder in den christlichen Kirchen? Ein Ökumenischer Versuch.

 

Freitag, 23. Jänner 2015

Konzert und Führung in der Grazer Andrä-Kirche, Kernstockgasse 9, Graz
19:30 Kunst an der Schwelle von Kirche und Gesellschaft - ein Lokalaugenschein in der Andrä-Kirche
Mitwirkende: Bertl Mütter (Stimme und Posaune) Hermann Glettler (Führung)

Samstag, 24. Jänner 2015

Tagung in der theologischen Fakultät, Universitätszentrum Theologie, Heinrichstraße 78A, Graz

9:00 Uhr: Morgengebet: eine Bildmeditation; gestaltet von Vertretern der evangelischen Kirchen und Freikirchen

9:20 Uhr: Begrüßung und Einführung in das Thema: Hermann Glettler

9:45 Uhr: Vortrag von Anna Thekla Kühnis-Hartmann "Die heilende Kraft der Urbilder des Glaubens am Beispiel der Ikonen"

10:45 Uhr: Pause

11:00 Uhr: Vortrag von Johannes Rauchenberger "Der bleibende Auftrag zur Reform der christlichen Bildkultur"

12:00 Uhr:  Gesprächsgruppen: Hartmann: Vertiefung der Ikonentheologie
                                                    Glettler: Nachfrage nach zeitgenössischer KUnst in den Kirchen
                                                    Rauchenberger: Anhaltender Bildhunger in den Kirchen der Reformation
                                                    Augustin: Die Rolle der Bilder in der Liturgie
                                                    Kaindl: Kontroversielle Bildbeispiele aus der Steiermark

12:40 Uhr: Conclusio

13:00 Uhr: Buffet

Rückblick und Pressinformation

 
Graz, 23. und 24. Jänner, St. Andrä Kirche und kath.-theol. Fakultät
 
Urbilder und Streitbilder – Welche Bedeutung haben Bilder in den christlichen Kirchen? Ein ökumenischer Versuch.
 
Andrä Kunst – Was darf Kunst?
 
Die Auftaktveranstaltung zum Ökumenischen Wochenende fand dieses Jahr in der Grazer St. Andrä Kirche statt, die nicht nur als Sakralbau, sondern auch als Ort für zeitgenössische Kunst bekannt ist, deren Schnittstellen nicht zufällig, sondern gewollt sind. Als Einstieg in das Thema  stellte Pfarrer Hermann Glettler einen Auszug aus der aktuellen Andrä Kunst vor.
„Die Kirche ist als Gottesort der natürliche Umschlagplatz für alle Fragen, die die menschliche Existenz betreffen. Kunst verstört und attackiert. Gegen die Banalisierung des Lebens und gegen alle gesellschaftlichen Tendenzen zur Verflachung von Lebenswahrnehmung verbünden sich an diesem Ort Kirche und Kunst“ meint  Hermann Glettler in seiner Eröffnungsansprache.
Posaunist Bertl Mütter begleitete die Führung und  Glettler stellte gleich zu Beginn eine Arbeit von Gustav Troger vor:“Als Hintergrund GRÜN die Farbe der Natur“, worauf eine männliche Figur mit einer tierischen Kopfmaske zu sehen ist, die mit einem Schwein assoziiert werden könnte. Diese  Provokation gleich im Eingangsbereich des Kirchenraums breche mit der Vorstellung  eines moderaten Wohlfühlambientes und böte Raum zur Diskussion, Reflexion und um aktuelle Ereignisse zu verarbeiten. In diesem Auftritt mache sich der Mensch jedenfalls zur Karikatur seiner selbst, so Glettler, womit er einen Bezug  zu den aktuellen Terroranschlägen auf der ganzen Welt herstellte.
Weitere Stationen seiner Führung waren die beiden Seitenkapellen, die Fenster der Taufkapelle wurden vom Künstler Manfred Erjautz (A short break in time, 2008) gestaltet. Die Fenster sind ein horizontales Gegenüber zum vertikalen Bildfluss des Dreifaltigkeitsaltares und damit eine Achse vor dem Altar als stärkste Intervention, als (Energie-)Schub durch den Altarraum initiiert. Auf der gegenüberliegende Seite befindet sich Otto Zitkos „Raumzeichnung, 2003“. Sie setzt subjektive Linien in das Gewölbe der Andreaskapelle und kommt ganz ohne Bilder aus. Diese Achse stellt damit eine Verbindung von Zeit und Raum dar.
Der von Gustav Troger gestaltete verspiegelte Altar gleiche einem riesigen Kristall, in dem sich je nach Lichtintensität der gesamte Kirchenraum optisch bündle und zugleich auch breche. Und damit meint diese Arbeit gleichzeitig die Ganzheit, das Ideale, aber auch die Bruchstücke und Scherben des Körpers.
 
 
Urbilder und Streitbilder
 
Am Samstag eröffnete der Vorsitzende des Ökumenischen Forums, Hermann Miklas, die Fachtagung und Pfarrer Glettler führte in das Thema „Bildsprache“ ein. „Ist es Luxus, wenn wir uns über Bilder unterhalten, wenn die Welt da draußen brennt? Noch dazu, wo Bilder diese gewaltigen Flächenbrand ausgelöst haben?“, mit diesen provokanten Fragen führte Glettler die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das Thema ein. „Gute Kunst hat in sich immer auch ein Moment der Kritik, sonst verkommt sie zur Vergötzung,“, so Glettler.
 
Bilder seien eine unersetzliche Orientierungshilfe, sie wirken als Leitsystem, rein Verbales erreiche den Menschen heute nicht mehr. Der Hunger nach Bildern in der westlichen Welt sei geradezu unersättlich. Bilder kämpfen aber auch um Hierarchie unserer Aufmerksamkeit, der Kampf mit der Bildfülle benötige gleichzeitig auch eine Reinigung. Ein geschichtlicher Abriss zu Bildsprache, am Beispiel von Ikonen und deren theologische Auslegung waren Schwerpunkte im Vortrag "Die heilende Kraft der Urbilder des Glaubens "von Anna Thekla Kühnis-Hartmann. Johannes Rauchenberger beschäftigte sich in seinem Vortrag: „Der bleibende Auftrag zur Reform der christlichen Bildkultur“ unter anderem mit Bilddidaktik, dem Verhältnis von Religionen zu Bildern, Verehrung von Bildern und der Wirkung von Bildern. Gesprächsgruppen führten weiter in das Thema Bildsprache ein.


Downloads

  • Flyer (pdf - 366,29 KB)


Grüß Gott auf unserer Website! Wir verwenden Cookies, um die Bereitstellung unserer Inhalte und Services zu erleichtern. Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.Mehr Informationen

OK